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Archive of posts published in the tag: zib-Editorial
Sep
25

Editorial der zib 2/2018: Schiss vor´m Schisma. Für epistemische Toleranz in der Politikwissenschaft und den Internationalen Beziehungen

 

Von Christopher Daase und Nicole Deitelhoff

 

Nachdem die deutsche Politikwissenschaft sich vor ein paar Jahren auf der DVPW-Jahreskonferenz in Duisburg öffentlich selbst zerlegte (mit lähmenden Auswirkungen bis heute), sind gegenwärtig die Soziologen an der Reihe. Ein neu entfachter Streit über die methodologischen Grundlagen erhitzt die Gemüter und entzweit das Fach. War es bei den Politologen ein eher diffuser, von Ressentiments geprägter Konflikt (vgl. zib-Editorial 2/2015), sind die Fronten in der Soziologie wissenschaftstheoretisch schärfer gezogen: hier die traditionell qualitativ Forschenden, die die Soziologie als »multiparadigmatisch« verteidigen, dort die eher quantitativ Orientierten, die für eine empirisch-analytische Engführung der Disziplin eintreten. Zuletzt hat der seit Jahren schwelende Streit zu einer Abspaltung quantitativ orientierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von der altehrwürdigen Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS), von der sie sich nicht länger repräsentiert fühlten, und zur Gründung der »Akademie für Soziologie« geführt.

Apr
3

Editorial der zib 1/2018

 

von Christopher Daase und Nicole Deitelhoff

 

Es ist mal wieder soweit: Die alljährliche Karawane setzt sich in Bewegung Richtung Nordamerika zur Jahrestagung der International Studies Association (ISA). San Francisco ist für die Karawane eine vergleichsweise attraktive Oase, aber auch weniger interessante Orte ziehen jedes Jahr hunderte deutsche IBler über den Atlantik. Der ökologische Fußabdruck, den diese Karawane hinterlässt, dürfte beträchtlich sein.

Wie lässt sich diese Wanderbewegung Jahr für Jahr erklären?

Okt
2

Editorial der zib 2/2017: Populismus und Lüge. Wissenschaft in Bedrängnis

 

Christopher Daase/Nicole Deitelhoff

 

Die Wahlerfolge der Alternative für Deutschland (AfD) haben viele von uns erschüttert; sie sind nicht zuletzt deswegen bedenklich, weil Populismus die Wissenschaft bedroht. Der gegenwärtige Aufschwung rechtspopulistischer Bewegungen in Europa und den USA ist unübersehbar. In Polen und Ungarn sind rechtspopulistische bzw. rechtsnationale Regierungen an der Macht; in den Niederlanden, in Frankreich, in Großbritannien und Deutschland haben rechtspopulistische Bewegungen zuletzt große Erfolge erzielt.

Dabei eint diese Bewegungen eine grundsätzliche Kritik an der liberalen demokratischen Ordnung. Sie lehnen internationale Normen sowie Institutionen und nicht zuletzt die Europäische Union ab. Sie verlangen eine Abschottung der Gesellschaften nach außen und bestreiten liberale Grundrechte nach innen. Häufig haben sie eine xenophobe, bisweilen auch offen rassistische Ausrichtung. Im Kern aber eint sie ihr Anspruch, für »das Volk« zu sprechen und ihm die Macht zurückzubringen, die ihm von korrupten Eliten entrissen wurde (vgl. Müller 2016).

Nov
11

Editorial der zib 2/2016

 

Liebe Leserinnen und -Leser,

im Editorial des neuen zib-Heftes begeben sich die Herausgeber*innen „auf die Suche nach den verlorenen Internationalen Beziehungen – in äußerst verknappter Form“.

Während aus den Ergebnissen der TRIP-Umfrage Alexander Wendt als international einflussreichster IBler hervorgeht, begeben sich die anderen Forumsbeiträge auf die Suche nach dem „Quäntchen IB“ in dessen Buch „Quantum Mind and Social Science: Unifying Physical and Social Ontology“.

Zu diesem Anlass können Sie hier pünktlich zur Online-Publikation der zib 2/2016 kommende Woche einen Beitrag von Alexander Wendt selbst lesen, in dem er sich zu der Frage äußert, „why IR scholars should care about Quantum Social Science“.

Sie dürfen also gespannt sein.

Viel Spaß beim Lesen des Editorials,

die zib-Redaktion

 

Mai
9

Editorial der zib 1/2016: Die Bedeutung der Deutung, bedeutend zu sein, oder: die Impact-Manie

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Impact ist notorisch schwierig zu messen, das hat uns die Governance- und Regimeforschung schon lange erklärt. Dennoch machen wir unverdrossen weiter und „messen“ unseren Impact, etwa mittels (mehr oder minder komplizierter Erfassungen) der Zitationen, die unsere Veröffentlichungen erhalten.

Obwohl wir wissen, dass die Zahl der Zitationen keineswegs die Qualität oder auch nur Wertschätzung hinsichtlich einer Arbeit ausdrücken muss; und obwohl wir wissen, dass sich hinter dem Instrument der Impactmessung teils massive Marktinteressen verbergen, greift diese Form der Impactmessung immer mehr um sich. In einem Experiment haben Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Universität Magdeburg zuletzt gar zeigen können, dass Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen teils bereits so stark auf Impactmessungen trainiert sind, dass das Belohnungszentrum im Gehirn umso aktiver wird, je höher das Renommee der Zeitschrift, in dem ihre Aufsätze erscheinen (http://www.sueddeutsche.de/wissen/fachzeitschriften-falsche-waehrung-1.2888563) – Pawlow war nichts dagegen.

Zugleich bieten diese Formen der Impactmessungen etwa in Berufungskommissionen auch ein probates Mittel, Diskussionen zu standardisieren und die Lektüre der Schriften von Bewerberinnen und Bewerbern elegant abzukürzen – der Impactfaktor sagt doch alles, oder?

Angesichts der Auseinandersetzungen, die die zib und andere Zeitschriften zuletzt mit dem Marktführer in diesem Bereich, Thompson Reuter geführt hat, diskutiert das zib-Editorial [unten, unter „Read more“] diesmal über die „Bedeutung der Deutung, bedeutend zu sein“ und die Frage:

Wollen wir wirklich SSCI? Ihre Meinung ist willkommen!

 

Ihre zib-Redaktion

 

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Okt
1

Editorial zur zib 2/2015:
Ich glaub’, ich bin im falschen Film…

 

Liebe Leserinnen und Leser,

die nächste Ausgabe der zib erscheint erst Ende November. Hier können Sie das Editorial aber jetzt schon lesen – und kommentieren.

Ihre zib-Redaktion