Okt
2

Editorial der zib 2/2017: Populismus und Lüge. Wissenschaft in Bedrängnis

 

Christopher Daase/Nicole Deitelhoff

 

Die Wahlerfolge der Alternative für Deutschland (AfD) haben viele von uns erschüttert; sie sind nicht zuletzt deswegen bedenklich, weil Populismus die Wissenschaft bedroht. Der gegenwärtige Aufschwung rechtspopulistischer Bewegungen in Europa und den USA ist unübersehbar. In Polen und Ungarn sind rechtspopulistische bzw. rechtsnationale Regierungen an der Macht; in den Niederlanden, in Frankreich, in Großbritannien und Deutschland haben rechtspopulistische Bewegungen zuletzt große Erfolge erzielt.

Dabei eint diese Bewegungen eine grundsätzliche Kritik an der liberalen demokratischen Ordnung. Sie lehnen internationale Normen sowie Institutionen und nicht zuletzt die Europäische Union ab. Sie verlangen eine Abschottung der Gesellschaften nach außen und bestreiten liberale Grundrechte nach innen. Häufig haben sie eine xenophobe, bisweilen auch offen rassistische Ausrichtung. Im Kern aber eint sie ihr Anspruch, für »das Volk« zu sprechen und ihm die Macht zurückzubringen, die ihm von korrupten Eliten entrissen wurde (vgl. Müller 2016).

Sep
29

Best Paper Award der IB-Sektionstagung in Bremen 2017

 

Liebe Leserinnen und Leser,

wie auch bei der letzten Offenen Sektionstagung zeichnen der Sektionsvorstand und die zib-Redaktion auch dieses Jahr in Bremen das beste Konferenz-Paper aus. Auf Grundlage von Empfehlungen der Panel-Chairs und -Discussants werden die vielversprechendsten (deutschsprachigen) Paper in das zib-Begutachtungsverfahren gegeben; dem „best paper“ winkt eine Publikation in der zib.

Wir freuen uns auf zahlreiche spannende Beiträge und wünschen eine gute Tagung – auf der wir Sie hoffentlich auch am Donnerstagabend beim zib-Roundtable (19 Uhr) mit anschließendem Empfang begrüßen werden!

Die zib-Redaktion

 

Sep
27

Reclaiming the Facts!? zib-Roundtable auf der IB-Sektionstagung 2017

 

Liebe Leserinnen und Leser,

wir freuen uns, Sie anlässlich der Offenen DVPW-Sektionstagung Internationale Beziehungen in Bremen zu einem Roundtable einzuladen, um darüber zu diskutieren, ob und wie die Sozialwissenschaften im oft proklamierten „postfaktischen“ Zeitalter wissenschaftliche Fakten und Autorität wieder beanspruchen können. Eine Beschreibung des Inhalts finden Sie unten.

Der Roundtable findet am Donnerstag, den 5. Oktober 2017 von 19 bis 20.30 Uhr statt. Anschließend laden Sie die zib und der Nomos-Verlag sehr herzlich zu einem Empfang ein.

Mit besten Grüßen,

die zib-Redaktion

 

Sep
26

Deadline verlängert bis 9. Okt.: Call for Papers der IB-Nachwuchstagung 2018

 

Die Nachwuchssprecher*innen der DVPW-Sektion Internationale Beziehungen möchten gerne darauf hinweisen, dass die Deadline für die Einreichung von Abstracts für die IB-Nachwuchstagung 2018 bis zum 9. Oktober verlängert wurde. Zur Erinnerung der Call zum Weiterlesen:

 

Sep
7

Mitteilungen der DVPW-Sektion »Internationale Beziehungen«

 

  1.  Offene Sektionstagung vom 4. bis 6. Oktober in Bremen

Vom 4. bis 6. Oktober wird an der Universität Bremen die fünfte »Offene Sektionstagung« stattfinden, zu der wir mehr als 300 Teilnehmer erwarten. Das entspricht ungefähr zwei Dritteln der Sektion, auf deren Verteilerliste zurzeit etwa 450 Namen stehen. Ein – wie immer – fast endgültiges Programm findet sich auf der folgenden, extra eingerichteten Website: http://www.iniis.uni-bremen.de/dvpw–offene-sektionstagung/. Auf der Sektionstagung wird es auch ein Treffen der Nachwuchsgruppe der Sektion (s. u.) sowie einiger Themengruppen und Arbeitskreise der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) geben. Besonders hingewiesen sei außerdem auf den zib-Round Table »Reclaiming the Facts« sowie die Abendveranstaltung »Die Globalisierung Bremens« im Übersee-Museum Bremen. Wir als Sektionssprecher und auch das Institut für Interkulturelle und Internationale Studien (InIIS) der Universität Bremen freuen uns sehr über diese rege Teilnahme!

 

Jul
28

Kritische Sicherheitsstudien und die Eigenlogik des Wissenschaftsbetriebs: Zum Niedergang der Critical Security Studies/Welsh School in den IB

 

von Steve Schlegel und Christoph Schuck

 

Mit dem Ende des Kalten Krieges begann nicht nur eine neue Ära in der internationalen Politik, auch in den Internationalen Beziehungen (IB) keimten eine Reihe neuer Ansätze auf. Heute, mehr als 25 Jahre nach dieser Entwicklung, haben sich einige dieser Ansätze, darunter etwa die Copenhagen School oder konstruktivistische (Meta-)Theorien, in dem Theoriediskurs der IB etabliert. Andere dagegen, wie die auch als Critical Security Studies (CSS) bezeichnete Welsh School, versanken weitgehend in der Bedeutungslosigkeit. Unser in der aktuellen zib veröffentlichter Beitrag sucht nach Gründen, die zum abnehmenden Stellenwert der CSS  innerhalb der IB geführt haben.

 

Jun
21

Aus der neuen zib 1/2017: Hilft viel reden viel? Dialogforen als Reaktion auf Protest

 

von Regina Hack

 

Angesichts des bevorstehenden G20-Gipfels werden wieder Debatten um Proteste, Demonstrationen, Abschottung und Sicherheitskonzepte geführt. Weniger bekannt ist hingegen, dass die G20, wie viele andere internationale Institutionen, sehr wohl den direkten Dialog mit Vertretern der Gesellschaft sucht. Dazu nutzt sie sogenannte Dialogforen. Da solche Foren in einigen Fällen direkt in Reaktion auf Proteste entstanden sind, habe ich in meinem aktuellen Beitrag für die zib am Beispiel der WTO detailliert untersucht, wen und wie eine Organisation unter Druck in einen Dialog integriert und ob dieser Dialog mehr Öffnung und Raum für Kritik schafft.

 

Mai
9

Editorial zur zib 1/2017: Wissenschaftsförderung in Zeiten der Krise

 

von Christopher Daase und Nicole Deitelhoff

 

Krisen erhöhen den Bedarf an Orientierungswissen und wissenschaftlicher Expertise. Es ist deshalb nicht ungewöhnlich, dass in Zeiten der Ungewissheit verstärkt öffentliche Gelder für die Förderung der Wissenschaft bereitgestellt werden. Genauso häufig führt die punktuelle Intervention des Staates in das Wissenschaftssystem allerdings zu Unwuchten, zur Verstärkung struktureller Probleme, ja zu Fehlsteuerungen. So verständlich es ist, kurzfristig Steuermittel zu investieren, um dringend benötigte Expertise am besten in Form praktikabler Lösungsvorschläge zu erhalten, so kurzsichtig und an der Realität des Wissenschaftsbetriebs vorbei geplant sind solche Strategien oftmals. Natürlich muss die Wissenschaft (und zumal die Sozialwissenschaften) in Krisenzeiten in die gesellschaftliche Pflicht genommen werden dürfen und auf policy-Relevanz und Wissenstransfer gepocht werden, jedoch dürfen solche Appelle nicht auf Kosten der Grundlagenforschung gehen und die Qualitätsstandards der Wissenschaft unterlaufen.

Apr
7

Inhalt der zib 1-2017

 

Liebe Leser*innen der zib,

Ende Mai erscheint das nächste zib-Heft, das vier spannende Aufsätze und ein Forum zum Vermächtnis der zib-Debatte enthält. Die Titel der Beiträge finden Sie unten unter „Weiterlesen“.

Mit besten Grüße,

die zib-Redaktion

 

Mrz
27

Ernst-Otto Czempiel. Ein Nachruf

 

Ernst-Otto Czempiel hat die deutschen IB wie kaum ein anderer geprägt. Am 11. Februar 2017 ist er in Berlin verstorben. Lesen Sie hier den Nachruf von Harald Müller.