Liebe Leserinnen und Leser,

wir freuen uns, Sie anlässlich der Offenen DVPW-Sektionstagung Internationale Beziehungen in Bremen zu einem Roundtable einzuladen, um darüber zu diskutieren, ob und wie die Sozialwissenschaften im oft proklamierten „postfaktischen“ Zeitalter wissenschaftliche Fakten und Autorität wieder beanspruchen können. Eine Beschreibung des Inhalts finden Sie unten.

Der Roundtable findet am Donnerstag, den 5. Oktober 2017 von 19 bis 20.30 Uhr statt. Anschließend laden Sie die zib und der Nomos-Verlag sehr herzlich zu einem Empfang ein.

Mit besten Grüßen,

die zib-Redaktion

 

Reclaiming the Facts!? Die Analyse internationaler Politik in Zeiten von Fake News und Postfaktizität 

Die Wissenschaft ist in der Defensive. Nicht erst seit Donald Trump wird wissenschaftliche Expertise öffentlich bestritten und die Glaubwürdigkeit der in den Medien berichteten Tatsachen publikumswirksam untergraben. Empfindungen scheinen in der politischen Auseinandersetzung wichtiger zu werden als wissenschaftliche und journalistische Fakten. Die Sozialwissenschaften sind an dieser Situation nicht ganz unschuldig. Lange Zeit haben sie ihren eigenen Wahrheitsanspruch kleingeredet, die Möglichkeit gesicherten Wissens bezweifelt und ihre Analyse in einem reflexiven Regress auf die eigene Arbeit konzentriert. Ist es Zeit, den Anspruch auf wissenschaftlich gesicherte „Fakten“ neu zu erheben und die Autorität von Wissenschaft zurückzuerobern? Gerade in den Internationalen Beziehungen scheint eine Selbstvergewisserung über die Grundlagen ihrer Wissenschaftlichkeit – worin besteht ihr „Wahrheitsanspruch“?, was sind „Daten“?, gibt es „Fakten“? usw. – dringender denn je.

Auf dem Roundtable diskutieren Judith Renner (München), Gabi Schlag (Hamburg), Christopher Daase (Frankfurt am Main), Thomas König (Mannheim), Carlo Masala (München) und Anja Jakobi (Braunschweig).