Aug
4

Jetzt auf dem TRAFO-Blog: How to Do Global International Relations?

 

Die akademische Disziplin der Internationale Beziehungen (IB) wird zunehmend dafür kritisiert, dass sie nur eine sehr eingeschränkte, letztlich europäisch-amerikanische Perspektive auf internationale Politik widergebe. Als Reaktion auf diese Kritik wurde der Ruf nach einer globaleren IB laut. Wie genau aber macht man globale IB? Dieser Frage nimmt sich ab heute die Artikelserie „Clues, Careers, and Curricula – How to Do Global International Relations?“ an, die auf dem Blog https://trafo.hypotheses.org/4831 zu lesen ist. Als HerausgeberInnen der Reihe laden Antonia Witt, Felix Anderl, Stefan Kroll und Philip Wallmeier (Goethe-Universität Frankfurt) Sie herzlich ein, zu lesen, zu diskutieren – und auch dazu Ihren eigenen Beitrag einzureichen. Für die ersten Wochen haben sie bereits eine herausragende Auswahl an Perspektiven auf globale IB zusammengestellt, die von Amitav Acharya, Catherine Baker, Frank Mattheis und Anthoni Van Nieuwkerk angeführt wird. Es folgen Beiträge von Jungen und Erfahrenen, von Lehrenden in China und Lernenden in Russland, Blicke von ‚gelernten IBlern’ und von den scheinbaren Rändern der Disziplin.

Für mehr Infos zu dieser Blogserie lesen Sie hier weiter.

Jul
18

Graue Theorie wird bunt: Experimente in der Theorie- und Methodenlehre

 

von Franziska Müller

 

Internationale Beziehungen zu lehren ist ab und an herausfordernd. Eine traditionsreiche und theorieverliebte Disziplin, die man mithilfe von „Denkschulen“ und „großen Debatten“ nur mühevoll (und verbunden mit Mythenbildung) einzuhegen vermag, ein hoher Abstraktionsgrad  und nicht zuletzt Empirie, soweit das Auge reicht – das  sind nur einige der Hürden, mit denen die Lehre in den IB konfrontiert ist. Umso mehr gilt es, Studierenden den Spaß am theoriegeleiteten Arbeiten zu vermitteln und einen praxisnahen Einstieg in Forschungsstrategien und Methoden zu gestalten. Die Blog-Serie in der zib inspiriert dazu, im Seminar unterschiedliche didaktische Wege auszuprobieren. Nach Literaturwikis und Konferenzsimulation werden hier weitere Praxisbeispiele vorgestellt, nämlich (1) ein Theoretiker-Speed-Dating, (2) die Arbeit mit Lernportfolios in der Methodenausbildung sowie (3) Meta-Plan-Moderation mit dem „House of IR“, das als Textgrundlage für eine kritische Debatte zur Theoriegeschichte unserer Disziplin dient.

 

Jul
6

Kollegiales Feedback durch wechselseitiges Hospitieren

 

von Tine Hanrieder und Markus Gloe

Feedback zur Forschung ist in der Politikwissenschaft durch Konferenzen, Workshops und Kolloquien fest etabliert. Dagegen wird in der Lehre nur sehr selten Feedback von anderen DozentInnen gesucht. Einzig durch Evaluationen von Studierenden kommt es zu einigermaßen systematischen Feedback-Schleifen. Aber reicht das? Auch in der Lehre kann man sich von KollegInnen systematisch Feedback holen. An Schulen hat sich kollegiales Feedback in den letzten Jahren verbreitet, an deutschen Hochschulen finden sich jedoch nur wenige Ansätze.Kollegiales Feedback ist unserer Erfahrung nach ein effektives Mittel zur Qualitätssicherung in der Lehre und zur gegenseitigen Stärkung und Weiterentwicklung der Lehrenden. Sich strukturiert gegenseitig zu hospitieren, hilft Lehrenden, der Isolation von Hochschullehre zu entgehen und einen Gedanken- und Erfahrungsaustausch nah am eigenen Lehralltag anzustoßen. Wir haben kollegiales Feedback an unserem Institut in verschiedenen Konstellationen ausprobiert und, gestützt auf Erfahrungen mit kollegialem Feedback in Schulen, einige Faustregeln und Checklisten in einem Leitfaden notiert.[1]

Jul
1

Flipped Classroom am Beispiel eines Literatur-Wikis

 

von Frank Sauer

Literatur-Wikis lassen sich einsetzen, um Studierende in der akademischen Lehre zum Lesen der Pflichtlektüre anzuhalten. Das Literatur-Wiki ist im weiteren Sinn ein Instrument aus dem Flipped- oder Inverted-Classroom-Modell, das darauf basiert, das Vorbereiten, Aufbereiten und »Lernen« von Wissensbeständen – in den IB in aller Regel Fachliteratur – aus dem Seminarraum heraus bzw. in die Zeit vor dem physischen Zusammentreffen im Seminarraum zu verlagern. Die Lehre in den IB weist dieses Grundmuster einer ausgelagerten Vorbereitungsphase und einer interaktiv- dialogisch genutzten Präsenzzeit sicherlich an vielen Stellen bereits heute auf. Mit dem Einsatz des Literatur-Wikis lässt sich dieses gängige Muster allerdings bereichern und intensivieren sowie als Leistungsnachweis strukturiert und transparent nutzen.

Jun
17

Erfahrungsberichte zur guten Lehre in den IB und ihre Diskussion durch DidaktikerInnen

 

Liebe Leserinnen und Leser,

im zib-Blog wollen wir dem oft beklagten Mangel an vertiefter akademischer Auseinandersetzung mit Blick auf Fragen innovativer Lehre entgegenwirken und dies auf anschauliche und praktische (aber dennoch didaktisch reflektierte) Weise. Hierzu veröffentlichen wir in diesem Blog ausgewählte Beiträge von IB-lernInnen zu Beispielen guter Lehre in den Internationalen Beziehungen (IB). Die Beiträge stellen persönliche Erfahrungen mit guter Lehre dar – die ausführliche Debatte mit insgesamt 10 Beispielen, die alle von ausgebildeten DidaktikerInnen diskutiert werden, findet sich in der aktuellen zib (1/2016). Die Beiträge wollen dem gerade benannten Mangel entgegensteuern, indem ausgewählte Erfahrungen von akademischen Lehrenden dokumentiert und damit für andere Lehrkräfte nachvollziehbar gemacht werden.

Jun
17

Praxisorientierung durch Simulation akademischer Konferenzen

von Eva Herschinger

Eine häufige Klage, gerade fortgeschrittener Studierender, zielt auf den Mangel an »Praxis« in ihrem Studium. Wollte man es zuspitzen, so lautet der Vorwurf, sie lernten nur Theorie, aber wie genau »die Praxis« aussehe, das erfahre man in den Lehrveranstaltungen kaum. In aller Regel ist mit »der Praxis« dabei eher die Tagespolitikgemeint – und nicht etwa die politikwissenschaftliche Praxis, um die es in einem politikwissenschaftlichen Studium doch zuallererst gehen sollte. Daher zielt das hier präsentierte Lehrmodell der »akademischen Konferenz« zuallererst auf die Praxis des Fachs, sprich auf die politikwissenschaftliche Forschung. Denn ähnlich wie sich Entscheidungsprozesse in internationalen Organisationen als Praxis simulieren lassen (vgl. dazu Beitrag 3 im zib-Artikel), lassen sich auch akademische Konferenzen als »Praxis« in das Studium integrieren.

Jun
6

Diskussion zum DVPW-Satzungsentwurf

 

Liebe Mitglieder der IB-Sektion,

Sie haben sicher erfahren, dass Vorstand und Beirat der DVPW inzwischen eine Reformvorschlag für eine neue Satzung des Verbandes vorgelegt haben, der noch bis 15. Juni kommentiert werden kann. Diese Kommentare sind vorzugsweise an die DVPW selbst zu richten, so wie dies auch auf der entsprechenden Website angeboten wird.

Wir drei Sprecher der IB-Sektion haben einen sehr positiven Eindruck von der vorgeschlagenen Reform gewonnen, wollen aber auch unsere Sektion noch einmal dazu auffordern, zur Meinungsbildung darüber beizutragen. Zu diesem Zweck stellen wir den Satzungsentwurf noch einmal hier auf dem zib-Blog ein und laden zur Diskussion ein. Wir wollen auf diese Weise gewährleisten, dass keine großen Fragen übersehen werden und dass die Diskussion in unserer Sektion zugleich von außen einsehbar ist. Das Begleitschreiben des DVPW-Vorstands und -Beirats mit Erläuterungen zur Satzungsreform finden Sie hier.

Schliesslich haben wir noch eine sehr wichtige Bitte: Bitte beteiligen Sie sich an der Abstimmung über die Satzungsänderung! Für die Satzungsänderung ist nach der alten Satzung die Mehrheit aller Mitglieder nötig. Um diese Beteiligung möchten wir Sie alle herzlich bitten, damit nicht weitere Verzögerungen in der Umsetzung entstehen.

Schon jetzt möchten wir Ihnen für Ihre Beteiligung danken. Wir sind davon überzeugt, dass es auf diese Weise möglich ist, den Verband in eine institutionell effiziente und fachlich anregende Zukunft zu führen.

Mit den besten Grüßen von
Margit Bussmann, Klaus Schlichte, Stephan Stetter (SektionssprecherInnen)

 

Mai
19

Aus der aktuellen zib: Beitrag zur globalen Flüchtlingslabelkonstruktion

 

Wer als Flüchtling gilt, wird durch das Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge von 1951 festgelegt. Doch was bedeutet es, Flüchtling zu werden und Flüchtling zu sein? Welche Auswirkungen hat das Flüchtlingslabel? Grundsätzlich basiert das „Flüchtling-Werden“ auf einem bürokratischen Identifikationsprozess, durch das die als Flüchtlinge kategorisierten Personen in die Flüchtlingsgruppe gedrängt werden. Dies ist jedoch kein rechtsneutraler, sondern hoch politisierter Prozess, der eine soziale Ein-, Ab- und Ausgrenzung nach sich zieht. Unter dem Flüchtlingslabel werden die Personen als passive und homogene sowie schutz- und hilfsbedürftig Opfergruppe verstanden. In diesem Beitrag konzentriere ich mich auf die globale Labelkonstruktion, wobei ich mich in der aktuellen Ausgabe der zib zudem mit den Auswirkungen des Labels für Flüchtlinge auf lokaler Ebene auseinandersetze.

von Ulrike Krause

Mai
9

Editorial der zib 1/2016: Die Bedeutung der Deutung, bedeutend zu sein, oder: die Impact-Manie

 

Liebe Leserinnen und Leser,

Impact ist notorisch schwierig zu messen, das hat uns die Governance- und Regimeforschung schon lange erklärt. Dennoch machen wir unverdrossen weiter und „messen“ unseren Impact, etwa mittels (mehr oder minder komplizierter Erfassungen) der Zitationen, die unsere Veröffentlichungen erhalten.

Obwohl wir wissen, dass die Zahl der Zitationen keineswegs die Qualität oder auch nur Wertschätzung hinsichtlich einer Arbeit ausdrücken muss; und obwohl wir wissen, dass sich hinter dem Instrument der Impactmessung teils massive Marktinteressen verbergen, greift diese Form der Impactmessung immer mehr um sich. In einem Experiment haben Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Universität Magdeburg zuletzt gar zeigen können, dass Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen teils bereits so stark auf Impactmessungen trainiert sind, dass das Belohnungszentrum im Gehirn umso aktiver wird, je höher das Renommee der Zeitschrift, in dem ihre Aufsätze erscheinen (http://www.sueddeutsche.de/wissen/fachzeitschriften-falsche-waehrung-1.2888563) – Pawlow war nichts dagegen.

Zugleich bieten diese Formen der Impactmessungen etwa in Berufungskommissionen auch ein probates Mittel, Diskussionen zu standardisieren und die Lektüre der Schriften von Bewerberinnen und Bewerbern elegant abzukürzen – der Impactfaktor sagt doch alles, oder?

Angesichts der Auseinandersetzungen, die die zib und andere Zeitschriften zuletzt mit dem Marktführer in diesem Bereich, Thompson Reuter geführt hat, diskutiert das zib-Editorial [unten, unter „Read more“] diesmal über die „Bedeutung der Deutung, bedeutend zu sein“ und die Frage:

Wollen wir wirklich SSCI? Ihre Meinung ist willkommen!

 

Ihre zib-Redaktion

 

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Mrz
23

Mitteilungen der DVPW-Sektion »Internationale Beziehungen«

 

Liebe Leserinnen und Leser,

die SprecherInnen der DVPW-Sektion »Internationale Beziehungen« haben Neuigkeiten. Die aktuellen Mitteilungen der Sektion finden Sie jetzt hier auf dem zib-Blog – und natürlich in der nächsten zib, die im Mai/Juni 2016 erscheint.

 

Viel Spaß beim Lesen,

die Redaktion

 

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