Sep
28

Mitteilungen der DVPW-Sektion »Internationale Beziehungen«

 

Liebe Leserinnen und Leser,

pünktlich zur DVPW-Dreiländertagung können Sie jetzt hier auf dem zib-Blog die aktuellen Neuigkeiten aus der DVPW-Sektion »Internationale Beziehungen« lesen, die die Sprecher*innen und die neuen Nachwuchssprecher*innen für Sie erstellt haben.

 

Viel Spaß beim Lesen, wir sehen uns in Heidelberg!

Die Redaktion

 

Sep
22

„Foucault hat aber gesagt…“:
Über Autoritäten in der kritischen IB-Theorie – und die Notwendigkeit produktiven Dissenses

 

Replik des Autors auf Jannik Pfisters Kommentar zum Beitrag „Internationale Autorität. Zwei Perspektiven“ in der zib 1/2016

von Georg Simmerl

 

Jannik Pfister gebührt aufrichtiger Dank für seinen Kommentar, denn erst durch ihn wird realisiert, was der Artikel „Internationale Autorität: Zwei Perspektiven“ erreichen wollte – eine Debatte. Besonders begrüßenswert macht den Kommentar darüber hinaus, dass diese Debatte durch ihn zu einer wird, die auch innerhalb der kritischen IB-Theorie oder, wenn man so will, zwischen kritischen Ansätzen unterschiedlicher Couleur geführt wird – was eher eine Ausnahme sein dürfte. Allerdings werden in Pfisters Kommentar maßgebliche Impulse nicht wahrgenommen, die zumindest nach meinem Dafürhalten in unserem Artikel für eine derartige Debatte angelegt waren. Stattdessen ist er im Modus einer gelehrsamen Foucault-Exegese verfasst, die als solche vor allem Symptom einer grundsätzlicheren Schwäche der IB und insbesondere ihrer kritischen Beiträge ist. Da aber zumindest für das nicht-wahrgenommene Potential des initiierenden Artikels im Zweifel nicht der Kommentator verantwortlich gemacht werden kann, sondern nur der Artikel selbst, werde ich diese Impulse zuerst nochmals zu klären versuchen (I.). Danach widme ich mich den Problematiken der Foucault-Exegese – sowohl substantiell als auch symptomatischen, als Ausdruck des Zustands der kritischen Theorie in der IB (II. und III.).

Sep
9

Foucault und das Allerlei in Komplementärfarben.
Kommentar zu „Internationale Autorität. Zwei Perspektiven“ von Simmerl und Zürn

 

von Jannik Pfister

Georg Simmerl und Michael Zürn schlagen in ihrem Beitrag in der zib 1/2016 vor, kritische und reflexive Perspektiven auf internationale Autorität komplementär zu denken. Doch ihre Ausführungen zur kritischen Perspektive auf internationale Autorität bleiben recht unbestimmt. In meinem Kommentar zeige ich, dass die drei Schritte einer kritischen Autoritätskonzeption, so wie die Autoren sie beschreiben, nur schwer mit einer Machtanalytik nach Foucault in Einklang zu bringen sind, und weise so Probleme mit der vorgestellten Idee von Komplementarität auf.

 

Aug
4

Jetzt auf dem TRAFO-Blog: How to Do Global International Relations?

 

Die akademische Disziplin der Internationale Beziehungen (IB) wird zunehmend dafür kritisiert, dass sie nur eine sehr eingeschränkte, letztlich europäisch-amerikanische Perspektive auf internationale Politik widergebe. Als Reaktion auf diese Kritik wurde der Ruf nach einer globaleren IB laut. Wie genau aber macht man globale IB? Dieser Frage nimmt sich ab heute die Artikelserie „Clues, Careers, and Curricula – How to Do Global International Relations?“ an, die auf dem Blog https://trafo.hypotheses.org/4831 zu lesen ist. Als HerausgeberInnen der Reihe laden Antonia Witt, Felix Anderl, Stefan Kroll und Philip Wallmeier (Goethe-Universität Frankfurt) Sie herzlich ein, zu lesen, zu diskutieren – und auch dazu Ihren eigenen Beitrag einzureichen. Für die ersten Wochen haben sie bereits eine herausragende Auswahl an Perspektiven auf globale IB zusammengestellt, die von Amitav Acharya, Catherine Baker, Frank Mattheis und Anthoni Van Nieuwkerk angeführt wird. Es folgen Beiträge von Jungen und Erfahrenen, von Lehrenden in China und Lernenden in Russland, Blicke von ‚gelernten IBlern’ und von den scheinbaren Rändern der Disziplin.

Für mehr Infos zu dieser Blogserie lesen Sie hier weiter.

Jul
18

Graue Theorie wird bunt: Experimente in der Theorie- und Methodenlehre

 

von Franziska Müller

 

Internationale Beziehungen zu lehren ist ab und an herausfordernd. Eine traditionsreiche und theorieverliebte Disziplin, die man mithilfe von „Denkschulen“ und „großen Debatten“ nur mühevoll (und verbunden mit Mythenbildung) einzuhegen vermag, ein hoher Abstraktionsgrad  und nicht zuletzt Empirie, soweit das Auge reicht – das  sind nur einige der Hürden, mit denen die Lehre in den IB konfrontiert ist. Umso mehr gilt es, Studierenden den Spaß am theoriegeleiteten Arbeiten zu vermitteln und einen praxisnahen Einstieg in Forschungsstrategien und Methoden zu gestalten. Die Blog-Serie in der zib inspiriert dazu, im Seminar unterschiedliche didaktische Wege auszuprobieren. Nach Literaturwikis und Konferenzsimulation werden hier weitere Praxisbeispiele vorgestellt, nämlich (1) ein Theoretiker-Speed-Dating, (2) die Arbeit mit Lernportfolios in der Methodenausbildung sowie (3) Meta-Plan-Moderation mit dem „House of IR“, das als Textgrundlage für eine kritische Debatte zur Theoriegeschichte unserer Disziplin dient.

 

Jul
6

Kollegiales Feedback durch wechselseitiges Hospitieren

 

von Tine Hanrieder und Markus Gloe

Feedback zur Forschung ist in der Politikwissenschaft durch Konferenzen, Workshops und Kolloquien fest etabliert. Dagegen wird in der Lehre nur sehr selten Feedback von anderen DozentInnen gesucht. Einzig durch Evaluationen von Studierenden kommt es zu einigermaßen systematischen Feedback-Schleifen. Aber reicht das? Auch in der Lehre kann man sich von KollegInnen systematisch Feedback holen. An Schulen hat sich kollegiales Feedback in den letzten Jahren verbreitet, an deutschen Hochschulen finden sich jedoch nur wenige Ansätze.Kollegiales Feedback ist unserer Erfahrung nach ein effektives Mittel zur Qualitätssicherung in der Lehre und zur gegenseitigen Stärkung und Weiterentwicklung der Lehrenden. Sich strukturiert gegenseitig zu hospitieren, hilft Lehrenden, der Isolation von Hochschullehre zu entgehen und einen Gedanken- und Erfahrungsaustausch nah am eigenen Lehralltag anzustoßen. Wir haben kollegiales Feedback an unserem Institut in verschiedenen Konstellationen ausprobiert und, gestützt auf Erfahrungen mit kollegialem Feedback in Schulen, einige Faustregeln und Checklisten in einem Leitfaden notiert.[1]

Jul
1

Flipped Classroom am Beispiel eines Literatur-Wikis

 

von Frank Sauer

Literatur-Wikis lassen sich einsetzen, um Studierende in der akademischen Lehre zum Lesen der Pflichtlektüre anzuhalten. Das Literatur-Wiki ist im weiteren Sinn ein Instrument aus dem Flipped- oder Inverted-Classroom-Modell, das darauf basiert, das Vorbereiten, Aufbereiten und »Lernen« von Wissensbeständen – in den IB in aller Regel Fachliteratur – aus dem Seminarraum heraus bzw. in die Zeit vor dem physischen Zusammentreffen im Seminarraum zu verlagern. Die Lehre in den IB weist dieses Grundmuster einer ausgelagerten Vorbereitungsphase und einer interaktiv- dialogisch genutzten Präsenzzeit sicherlich an vielen Stellen bereits heute auf. Mit dem Einsatz des Literatur-Wikis lässt sich dieses gängige Muster allerdings bereichern und intensivieren sowie als Leistungsnachweis strukturiert und transparent nutzen.

Jun
17

Erfahrungsberichte zur guten Lehre in den IB und ihre Diskussion durch DidaktikerInnen

 

Liebe Leserinnen und Leser,

im zib-Blog wollen wir dem oft beklagten Mangel an vertiefter akademischer Auseinandersetzung mit Blick auf Fragen innovativer Lehre entgegenwirken und dies auf anschauliche und praktische (aber dennoch didaktisch reflektierte) Weise. Hierzu veröffentlichen wir in diesem Blog ausgewählte Beiträge von IB-lernInnen zu Beispielen guter Lehre in den Internationalen Beziehungen (IB). Die Beiträge stellen persönliche Erfahrungen mit guter Lehre dar – die ausführliche Debatte mit insgesamt 10 Beispielen, die alle von ausgebildeten DidaktikerInnen diskutiert werden, findet sich in der aktuellen zib (1/2016). Die Beiträge wollen dem gerade benannten Mangel entgegensteuern, indem ausgewählte Erfahrungen von akademischen Lehrenden dokumentiert und damit für andere Lehrkräfte nachvollziehbar gemacht werden.

Jun
17

Praxisorientierung durch Simulation akademischer Konferenzen

von Eva Herschinger

Eine häufige Klage, gerade fortgeschrittener Studierender, zielt auf den Mangel an »Praxis« in ihrem Studium. Wollte man es zuspitzen, so lautet der Vorwurf, sie lernten nur Theorie, aber wie genau »die Praxis« aussehe, das erfahre man in den Lehrveranstaltungen kaum. In aller Regel ist mit »der Praxis« dabei eher die Tagespolitikgemeint – und nicht etwa die politikwissenschaftliche Praxis, um die es in einem politikwissenschaftlichen Studium doch zuallererst gehen sollte. Daher zielt das hier präsentierte Lehrmodell der »akademischen Konferenz« zuallererst auf die Praxis des Fachs, sprich auf die politikwissenschaftliche Forschung. Denn ähnlich wie sich Entscheidungsprozesse in internationalen Organisationen als Praxis simulieren lassen (vgl. dazu Beitrag 3 im zib-Artikel), lassen sich auch akademische Konferenzen als »Praxis« in das Studium integrieren.

Jun
6

Diskussion zum DVPW-Satzungsentwurf

 

Liebe Mitglieder der IB-Sektion,

Sie haben sicher erfahren, dass Vorstand und Beirat der DVPW inzwischen eine Reformvorschlag für eine neue Satzung des Verbandes vorgelegt haben, der noch bis 15. Juni kommentiert werden kann. Diese Kommentare sind vorzugsweise an die DVPW selbst zu richten, so wie dies auch auf der entsprechenden Website angeboten wird.

Wir drei Sprecher der IB-Sektion haben einen sehr positiven Eindruck von der vorgeschlagenen Reform gewonnen, wollen aber auch unsere Sektion noch einmal dazu auffordern, zur Meinungsbildung darüber beizutragen. Zu diesem Zweck stellen wir den Satzungsentwurf noch einmal hier auf dem zib-Blog ein und laden zur Diskussion ein. Wir wollen auf diese Weise gewährleisten, dass keine großen Fragen übersehen werden und dass die Diskussion in unserer Sektion zugleich von außen einsehbar ist. Das Begleitschreiben des DVPW-Vorstands und -Beirats mit Erläuterungen zur Satzungsreform finden Sie hier.

Schliesslich haben wir noch eine sehr wichtige Bitte: Bitte beteiligen Sie sich an der Abstimmung über die Satzungsänderung! Für die Satzungsänderung ist nach der alten Satzung die Mehrheit aller Mitglieder nötig. Um diese Beteiligung möchten wir Sie alle herzlich bitten, damit nicht weitere Verzögerungen in der Umsetzung entstehen.

Schon jetzt möchten wir Ihnen für Ihre Beteiligung danken. Wir sind davon überzeugt, dass es auf diese Weise möglich ist, den Verband in eine institutionell effiziente und fachlich anregende Zukunft zu führen.

Mit den besten Grüßen von
Margit Bussmann, Klaus Schlichte, Stephan Stetter (SektionssprecherInnen)